Da freut man sich ja erst mal als Saarländer, wenn man diese Schlagzeilen sieht: Bildung: Laut Studie liegt Saarland auf Platz 6 und denkt: “Na, tut sich ja doch was, nachdem wir sonst immer ganz hinten liegen.”
Die Koalitionsclaqueure rufen auch gleich aus: “Jamaika wirkt! Nicht nur im Arbeitsmarkt, sondern auch in der Bildung ist das Saarland besser aufgestellt”, was nahe liegt…
…bis, ja bis man sich dann mal anschaut, was die Studie wirklich aussagt, und dann feststellt: Mit einem Gesamtwert von 46,91 liegt das geliebte Heimatland ziemlich genau auf dem bundesweiten Durchschnittswert von 46,33 – aber immerhin.
46,91? 46,33? Was sagt das eigentlich? Mal genauer hinschauen kann sicher nicht schaden.
Schaden nicht, aber klarstellen: Hier werden völlig unterschiedliche Faktoren zusammengemixt und zu einem hypothetischen “Bildungsindex” verwoben. Im Detail sieht es dann – zumindest für die Bildungspolitik gar nicht mehr gut aus.
Trotzdem, das Positive vorweg: Zwei erste Plätze nimmt das Saarland ein: wir haben die höchste Wahlbeteiligung im Bund und die meisten Parteimitglieder. “Honni soit,…”, hätte ich fast gedacht, aber nein, das ist schon was vorzeigbares, ebenso wie das soziale Engagement insgesamt mit einem prima zweiten Platz.
Auch die Berufliche Bildung kommt richtig gut weg: Rang 4 im Bundesländerranking, beim Berufseinstieg belegen wir sogar Spitzenplätze, dafür sind wir in der beruflichen Weiterbildung abgeschlagen im Besenwagen.
Und dann kommt es ganz blöd: bei den allgemeinbildenden Schulabschlüssen oberhalb des Hauptschulabschlusses, also mindestens mittlerer Bildungsabschluss, Fachabitur oder allgemeine Hochschulreife liegt das Saarland auf Platz 14, ebenso wie beim Hochschulabschluss. Und beim kulturellen Erleben und medialen Lernen: Schlusslicht. 16 von 16.
Ob Jamaika darauf auch noch stolz ist?
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